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iOS und Flash
Im Zuge der Präsentation eines neuen Browsers für Apples iOS-System, welcher es anscheinend ermöglicht Flash-Inhalte (dessen Wiedergabe auf iOS-Geräten ja sonst nicht möglich ist) auf Apples Mobilgeräten anzuzeigen, veröffentlichte Macnews.de einen Interessanten Artikel. Eine Art "Brief" des/der Entwickler an Steve Jobs...
Lieber Herr Jobs, viele Ihrer Nutzer von iPhone, iPod touch und
iPad wünschen sich Flash auf den Apple-Geräten. All Ihrer Gründe
zum Trotz. Immer noch. Mittlerweile sind ein paar Jahre ins Land
gegangen, seit Sie das erste iPhone vorgestellt haben und sich
die Käufer an das “halbe Internet” gewöhnen konnten. Doch die
haben sich nicht daran gewöhnt, das zeigt der Ansturm auf den
Webbrowser Skyfire. Warum zwingen Sie den Anwendern Ihre
Vorstellungen auf?
Skyfire ist ein Webbrowser für iPhone und Co., der über Umwege
Flash-Inhalte anzeigt.
Einen puren Konverter hätte Ihr Team nicht
zugelassen.
Deshalb lädt Skyfire
entsprechende Dateien einer
aufgerufenen Webseite auf einen Server,
rendert und übersetzt
sie dort in HTML5. Im Browserfenster kann der
Stream vom
Skyfire-Server per Klick gestartet werden. Gestern erschien die
Anwendung im AppStore, heute schon ist sie “ausverkauft”.
Ein
ungewöhnlicher Begriff für virtuelle Güter. Die Entwickler
benutzen ihn für ihren Verkaufsstopp. Denn die Serverkapazitäten
müssen aufgestockt werden.
Der Browser wurde mit “unglaublicher Begeisterung” empfangen,
so
empfanden es die Entwickler, und die Zahlen bestätigen es:
Fünf Stunden
nach der Veröffentlichung im US-Store stand er auf
Platz drei der kostenpflichtigen Apps.
Der Wunsch nach Flash existiert also nach wie vor. Warum lässt
Apple
die Technik nicht auf das iPhone? Die Gründe haben Sie,
Herr Jobs, im
Frühjahr geschildert.
Der installierte Safari-Browser
muss meinetwegen Flash nicht von Haus
aus unterstützen. Aber
Sie könnten zumindest entsprechende Apps
zulassen, die
Flash-Inhalte abspielen können. Dann haben Sie Ruhe, und
die
Kunden sind zufrieden. Sollten Ihre Argumente zutreffen und
sich die
Batterielaufzeit tatsächlich
von zehn auf einenhalb
Stunden reduzieren und die Anwendungen ständig
abstürzen,
würde Flash bald keinen mehr interessieren. Apps lassen sich
sehr einfach deinstallieren. Etwas Mündigkeit können Sie Ihren
Käufern ruhig zutrauen.
Was könnte ein Argument für Flash sein, das Sie überzeugt?
Eine
Steigerung des Gewinns? Vielleicht würde Apples
Umsatzzahlen nichts
anzumerken sein, denn wer lässt ein iPhone
nur deswegen im Ladenregal stehen, weil es kein Flash unterstützt.
Argument ”Benutzerfreundlichkeit”? Darauf legen Sie dankbarer
Weise
großen Wert. Benutzerfreundlich ist nicht, dass sich der Kunde
drei
Jahre nach Erscheinen des iPhones eine Browser-App kaufen
kann, die die
Videos über einen gesonderten Server zur
Konvertierung laufen lassen muss.
Ich möchte mir nicht anmaßen zu beurteilen, welche Technik besser
ist, Flash oder das von Ihnen favorisierte HTML5. Kann sein, dass
Sie
nur eine Entwicklung beschleunigen, weil sich früher oder
später HTML5 sowieso verbreitet hätte. Ihre Innovationsfreudigkeit
(zumindest in
diesem Bereich, erwähnen wir USB 3.0 lieber nicht)
und Ihren Einsatz für
Offenheit (zumindest in diesem Bereich,
erwähnen wir den AppStore
lieber nicht) halte ich für bewundernswert.
Der wirtschaftliche Erfolg
scheint Sie zudem zu bestätigen.
Trotzdem muss man es nicht so übertreiben, wie Apple es in
letzter Zeit manchmal geschafft hat.
Hochwertige Produkte, die tolle Funktionen bieten und einfach,
problemlos zu bedienen sind, so wünscht man sich das. Unter
anderem dank
Apple stehen solche Computer und Handhelds
zur Verfügung. Wäre schön,
wenn es so bleibt. Eine jahrelange
Bockigkeit gegenüber einer einzelnen Technik nervt.(Zitat:Ende)
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