Gedankenspiel: Koordination ist alles (Hobby vs. Ehrenamt)

Nic-Log

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Koordination ist alles… oder doch nicht?!
Wie man aus einigen, aber bisher wenigen Beiträgen meines Blogs vielleicht herausgelesen hat, engagiere ich mich in meiner Freizeit ehrenamtlich beim DRK.
Dieser Umstand, und die letzten Ingress Aktivitäten der sogenannten Schlümpfe (Resistance) in Googles Augmented Reality Game Ingress in Hamburg, brachten mich ein wenig ins grübeln. Das passt nicht zusammen? Stimmt, macht aber Spaß!

Vor einigen Monaten fand in Hamburg eine Großübung von Feuerwehr, Polizei und Rettungseinheiten statt, welche in der Presse einigen Anklang gefunden hat. Leider aber nicht nur Positiven. Auch wenn für die großen Klatsch- und Tratsch-Blätter alles tip-top war, brachte manch kleine Berichterstattung doch einen faden Beigeschmack. Über fehlende Koordination in bestimmten Bereichen war die Rede. So zumindest konnte man es zwischen den Zeilen lesen. Klar, dieser Job beim DRK und den anderen Hilfsorganisationen wird von uns allen nur ehrenamtlich, neben dem eigentlichen Beruf gemacht. Aber dennoch sollte man gewisse, logische Abläufe bei Jedermann voraussetzen. Läuft doch solch eine Situation im kleinen Stil in der Bereitschaft immer flüssig. Wo ist hier also das Problem? Ist es die Größe? Ist es das gegenseitig unbekannte Team? Man weiß es nicht.

Ein Beispiel:
Selbst habe ich an dieser Übung mit einem Kollegen einen KTW (Krankentransportwagen) besetzt. Diese Gruppierung der Transport-Fahrzeuge in sich funktionierte scheinbar sehr gut. Alle Abläufe schienen jedem klar. Alles lief wie am Fließband. Doch als alle Fahrzeuge dann ihre Befehle von der nächst höheren Instanz erwarteten, trat die große Mittagspause ein. Ein Glück das es nur eine Übung war! Mit großer Verspätung wurden wir in den ersten Einsatz berufen, welchen wir dann noch nicht einmal beenden durften. Übungsende! … Tönte es aus Lautsprechern und Megafonen.

Hier spiegelte sich wieder was so manch Ehrenamtler schon lange prognostiziert hat. Wenn es einmal drauf ankommt werden wir viele Baustellen haben. Ein Glück gab es diese Übung.

 

Zwangloses Hobby vs. Ehrenamt – Koordination ist alles

 

Viel verwunderlicher ist aber, das die Resistance in Googles Augmentet Reality Spiel Ingress eine solche Koordination scheinbar spielend hinzukommt. Sie haben in den vergangenen Tagen, in einer Nacht und Nebel Aktion gefühlt die gesamte Hansestadt eingebläut. Klar kann dies Glück und Zufall sein. Aber so ganz daran glauben mag ich nicht. Gefühlt mehrere hundert Portale mussten in einer Nacht von der Spielergemeinschaft für Ihre Fraktion erobert werden. Und das binnen weniger Stunden in der kompletten City. Hier wird allen Beteiligten ein gutes Stück Koordinationsfähigkeit abverlangt.

 

 

Warum nun schaffen es die Schlümpfe im Spiel scheinbar problemlos sich zu koordinieren. Beide tun das, was sie tun, freiwillig und in ihrer Freizeit. Und man sollte meinen das jeder das was er tut auch aus ein und der selben, eigenen Überzeugung tut. Egal ob Ingame oder im Ehrenamt.
Ist es der indirekte Druck, der auf den Ehrenamtlern in dem Moment lastet? Ist es der Mix aus Personen die du lange und gut kennst? Aus denen, die dann etwas zu sagen haben, obwohl sie manchmal gar nicht wissen was sie sagen sollen? Oder ist es doch einfach nur ein blöder Zufall?

Egal wie man es dreht. Fakt ist, die Leistung beider hier angesprochenen Ereignisse ist nicht zu unterschätzen.
Allen beteiligten Schlümpfen gebürt der Respekt eine solche Aktion für ein augenscheinlich existierendes Nichts auf die Beine zu stellen, und dann auch noch dermaßen stolz drauf zu sein.
Und allen Ehrenamtlern gebürt die Anerkennung dessen was sie in ihrer Freizeit für die Organisationen, die Menschen, die Stadt und Einrichtungen auf die Beine stellen. Würde doch so manche, so alltäglich wirkende Veranstaltung ohne das Ehrenamt nicht mehr die Selbe sein. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man auch ein solches Missgeschick wie bei der Übung beschrieben nicht zu ernst nehmen. Koordination ist alles. Und wird auch in einem Realfall, in der Lage funktionieren!

Und noch eines sollte man den Ehrenamtlern anerkennen. Sollten Sie einen auch noch so zehrenden Dienst haben. Sie würden nie ihren Berufsalltag dafür verschmähen. Ganz im Gegensatz zu den Resistance. Dessen Arbeitsplatz blieb am Folgetag der Aktion zumindest in einem Fall unberührt. Und es wird sicher nicht der einzige Fall sein!

*Manch geschilderte Situation mag für den Spannungsbogen etwas überspitzt dargestellt sein. Ich bitte den zuvor gelesenen Inhalt nicht zu ernst zu nehmen! 😉

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